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Asien Pfalz Wirtschaft: Warum Asien für die Pfalz wichtig ist – nicht nur für BASF

  • Writer: Ravenscroft & Schmierer
    Ravenscroft & Schmierer
  • 11 hours ago
  • 5 min read

Die Bedeutung der Asien Pfalz Wirtschaft


Deutsche Wirtschaftsanwälte, die schon lange in China, Indien, Vietnam, Südkorea oder Japan leben, informieren am 15. Juni in Landau kostenlos Unternehmer über Asien.


Warum Asien für die Pfalz wichtig ist – nicht nur für die BASF
Gerade war Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit einer Delegation, unter anderem mit Unternehmern, in China – hier in Peking mit Markus Kamieth, Chef des Chemiekonzerns BASF.Foto: Johannes Neudecker/dpa

Die Rockband ist bereit für ihre nächste Deutschland-Tour. Und selbst nach vielen Jahren im Geschäft kribbelt es noch bei den international erfahrenen Protagonisten. Auch in der Pfalz haben sie bald einen Auftritt, um ihr Publikum viel Hörenswertes über ihre jeweilige Wahlheimat erfahren zu lassen. Sie leben in verschiedenen asiatischen Ländern und teilen ihr Wissen, wie es dort wirklich läuft. Ihre Zuhörer und Gesprächspartner sind mittelständische deutsche und deutschsprachige Unternehmer, die Kontakte nach Asien haben oder welche aufbauen wollen.


Experten aus elf Ländern


Sie sind keine Musiker, sondern mit allen Wassern gewaschene Wirtschaftsanwälte meist aus Deutschland, auf jeden Fall deutsche Muttersprachler, aber mit ständigem Wohnsitz in Asien. Doch sie touren zwei- bis dreimal im Jahr zusammen wie eine Rockband durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, den deutschsprachigen Wirtschaftsraum (D-A-CH). Ihre Tour-Busse sind zwei VW-Transporter oder Vitos von Mercedes.


Am 15. Juni wird die Bühne der Anwälte in Landau stehen, auf Einladung und bei der Industrie- und Handelskammer für die Pfalz. Und sie singen natürlich auch nicht, sondern beantworten seriös und kostenlos alle Fragen des meist aus Vertretern mittelständischer Unternehmen bestehenden Publikums zu Geschäftsbeziehungen aller Art zu Asien – von Indien bis Japan. „Wir haben alle keine Großkanzleien, jeder von uns elf steht für ein Land, so repräsentieren wir den größten Teil Asiens“, sagt Michael Müller (62) im RHEINPFALZ-Gespräch. Er lebt seit 22 Jahren in Japan, arbeitet in Tokio, ist aber gebürtiger Kieler mit Berliner Anwaltszulassung.


Internationale Anwälte mit Auszeichnungen


Die oft mit allerlei Auszeichnungen dekorierten Juristen bilden die Allianz Deutscher Wirtschaftsanwälte in Asien (Adwa). Das Besondere an dem Netzwerk, das auch ein Marketing- und Mandantenakquise-Instrument ist: Jeder steht für ein Land in Asien, von China über Japan bis Vietnam – und jeder lebt und arbeitet wirklich das ganze Jahr über als Anwalt in diesem Land, obwohl er auch eine Zulassung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat. „Der Vorteil“, sagt Müller an deutsche Mittelständler gerichtet, die am 15. Juni nach Landau kommen wollen, „Sie haben in einem Auftritt Asien aus einer Hand. Von elf Experten aus elf Ländern.“ Bisher war das meist Männersache. Jetzt ist auch eine Frau dabei, wenn es ab 15. Juni für eine Woche wieder auf Deutschland-Tour geht, diesmal von Frankfurt über Stuttgart bis München mit Station in der Südpfalz. Die Schweizer Anwältin Estelle Seiler arbeitet in Taiwan und steht als Adwa-Gesprächspartnerin zur Verfügung. Mit Blick auf die für die Welt so wichtige Chip-Produktion und die politische Brisanz rund um Chinas Machtansprüche dort eine interessante Note.


Vor allem auch Mentalitätsmittler


„Wir sind keine Fly-in-Anwälte, die für ein Projekt mal aus den USA oder Europa ein paar Wochen nach Asien reisen“, sagt Rainer Burkardt (59), gebürtiger Bad Homburger und seit 30 Jahren in China, erst in Peking und jetzt in Shanghai. „Wir leben dort, haben asiatische Mitarbeiter.“ Man sehe sich vor allem auch als Mentalitätsmittler, sagt Kollege Müller.


Die Adwa-Juristen sind vielseitige Berater für Unternehmen mit Asien-Kontakten. Häufig dreht es sich um Fragen zum Vertragsrecht, Gesellschaftsrecht oder zum Arbeitsrecht. Wie gehe ich vor, wenn ich Kontakte oder gar Niederlassungen oder Tochterfirmen in Asien aufbauen will? Die Anwälte vermitteln viel Praxiswissen aus dem Wirtschaftsleben des jeweiligen Landes: Wie sind die einheimischen Gepflogenheiten bei Verhandlungen? Wie komme ich als deutscher oder europäischer Partner zu meinem Ziel, zu einem Geschäftsabschluss?


Christian Brendel (55), in Esslingen am Neckar geboren, nennt ein Beispiel aus dem Ananasgeschäft in Vietnam, wo er seit 20 Jahren lebt und drei große Kanzleien betreibt. Da lief etwas nicht ganz zur Zufriedenheit des deutschen Partners, es gab Konflikte. Und am Ende sagte der vietnamesische Partner zu, beim nächsten Geschäft alles viel besser zu machen und vor allem deutlich günstiger. Das gelte in Vietnam als guter Deal, das müsse man wissen, bevor man über die Annahme entscheide. „Vietnam ist sehr dynamisch, das merkt man in Ho-Chi-Minh-Stadt überall“, sagt Brendel, „morgens um 5 Uhr ist die Stadt schon sehr belebt. Die Leute sind voller Tatendrang, ob beim Frühsport oder auf dem Weg zur Arbeit. Und sie sind motiviert, voranzukommen. Das schafft Wachstum.“


Dynamik: 10 Prozent Wachstum in Vietnam


Dieses Jahr werde ein Wirtschaftswachstum von 10 Prozent erwartet, und etwa Verwaltungsdigitalisierung sei gerade ein Megathema. Vietnam sei stark bei der Softwareentwicklung, sagt Brendel. So würden auch wichtige Teile deutscher Finanzsoftware in Vietnam programmiert. „Wir können in Vietnam nicht nur Schuhe“, sagt Brendel plakativ.


Kollege Müller aus Tokio preist Japan, hinter dem Dritten Deutschland von der Wirtschaftsleistung die viertgrößte Ökonomie der Welt, als Land mit „treuen Kunden für Qualität Made in Germany“, einer wohlhabenden, aber auch stark gealterten Gesellschaft „bei zugleich restriktiver Einwanderungspolitik“. Daher seien der Fachkräftemangel und der Zwang zur Automatisierung groß – eine Chance etwa für gute deutsche Spezialmaschinen und -elektronik etwa. Und China, mit 1,4 Milliarden Einwohnern nach Indien das bevölkerungsreichste Land der Welt, aber mit einem umstrittenen autokratischen System? „China war 30 Jahre Werkbank der Welt“, sagt Rainer Burkardt, „mit oft minderwertigen Produkten.“ Jetzt sei China in vielen Bereichen mit gehobener Technologie Weltspitze und mache etablierten westlichen Unternehmen das Leben schwer. „Ich glaube, am Riesenmarkt China kommen viele deutsche Unternehmen nicht vorbei, ob sie wollen oder nicht“, sagt Burkardt. Er hat eine Kanzlei in Shanghai und berät viele Unternehmen vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum – wie alle seine Adwa-Kollegen.


Was Deutschland jetzt braucht


„Das größte Risiko“, sagt Burkardt, „sind die Spannungen zwischen China und den USA.“ Die Energie indes, mit der viele chinesische Menschen am wirtschaftlichen Fortschritt arbeiteten, wie Burkardt sagt, begeistert ihn.


Neben Auftritten wie dem bald in Landau zu Sichtbarkeits- und Marketingzwecken und Mandatenakquise geht es den Juristen bei ihren Touren um die Kontaktpflege zur bestehenden Kundschaft in der deutschen und pfälzischen Wirtschaft.

Und was sagen die Anwälte aus Asien zur kniffligen Lage der schwächelnden deutschen Ökonomie?


„Deutschland muss Technologietreiber sein – und das mit großem Selbstbewusstsein“, sagt Müller. „Deutschland muss in Innovation und Ausbildung investieren.“ Das Lamentieren über die Probleme der Autoindustrie greift ihm zu kurz. „Deutschland ist viel, viel mehr als Autoindustrie.“ Und so wünschen sich Müller und Mitstreiter für den 15. Juni in Landau interessierte Mittelständler aus allen Wirtschaftszweigen, die so viele verschiedene Fragen zu Asien wie möglich stellen. Um dann später einen ganz formlosen Austausch zum Ausklang des Tages folgen zu lassen.


Weitere Informationen


Montag, 15. Juni, 14.30 Uhr, bei der IHK Pfalz in Landau, IHK-Dienstleistungszentrum, Im Grein 5: Zwischen Derisking und Marktzugang – aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen in Asien und ihre Bedeutung für deutsche Unternehmen. Die IHK bittet um vorherige Anmeldung. Infos auch: adwa-law.com und ihk.de/pfalz/veranstaltungsportal.


This article was originally published by Die Rheinpfalz and is shared here for informational purposes. The views and opinions expressed are those of the original author and do not necessarily reflect the views of Ravenscroft & Schmierer.

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